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Biobasierte Verpackungen

Moderne Verpackungen sollen neben all den Anforderungen, die eine hochwertige Verpackung erfüllen muss, auch nachhaltig sein.

Nachhaltig heißt in diesem Zusammenhang vor allem: ihre Herstellung soll möglichst umweltschonend erfolgen, nach Gebrauch lässt sich die Verpackung gut recyceln und am Ende ihrer Gebrauchszeit ist sie sinnvoll verwertbar.

Dafür ist die Bananenschale ein schönes Beispiel: sie besteht aus nachwachsenden Rohstoffen, und nachdem die Banane aufgegessen ist, baut sich die Schale biologisch ab.

Aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen auch Papier und Pappe, die schon lange als klassische Verpackungsmaterialien genutzt werden. Dazu kommen seit einigen Jahren Verpackungen aus biobasierten Kunststoffen. Biobasierte Kunststoffe werden zu einem wesentlichen Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

Im Jahr 2014 wurden von den weltweit 311 Mio. t produzierten Kunststoffen 39,5 % zu Verpackungen verarbeitet. Im gleichen Jahr wurden 1,7 Mio. t biobasierte Kunststoffe produziert, 65 % davon wurden mit Verpackungsbereich eingesetzt. Und deren Potenzial ist enorm: für das Jahr 2019 wird eine Produktion von 7,8 Mio. t biobasierte Kunststoffen mit einem 83 %igem Anteil im Verpackungssektor erwartet.

Was macht biobasierte Kunststoffe zu einem interessanten Ausgangsmaterial für die Herstellung von Verpackungen? Bei ihrer Herstellung werden fossile Rohstoffe geschont. Das führt zu einer in vielen Punkten vergleichsweise günstigen Ökobilanz. Dazu kommt, dass viele biobasierte Kunststoff-Typen, die zur Herstellung von Verpackungen eingesetzt werden, biologisch schnell abbaubar sind. Daher werden sie als umweltfreundliche Alternative zu den klassischen Verpackungskunststoffen eingestuft, die heute zu einer zunehmenden Vermüllung der Umwelt, insbesondere der Weltmeere, führen.

Biobasierte Verpackungen im Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

„Biobasierte Kunststoffe als Verpackungsmaterial“ wurden und werden vom BMEL schon seit vielen Jahren über das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe in den verschiedensten Forschungsprojekten finanziell gefördert.

Zwei geförderte Vorhaben sollen hier kurz vorgestellt werden:

Handlungsoptionen zum Einsatz von nachhaltig biobasierten Kunststoffen als Verpackungsmittel für Lebensmittel. Hilfestellung zur Entscheidungsfindung anhand eines Internetportals
(Förderkennzeichen 22017912)

Auf Grundlage einer umfassenden Literaturrecherche zu den bekannten und gängigen biobasierten Kunststoffen hat das „Büro Lebensmittelkunde & Qualität, Dr. Alexander Beck“ eine Internet-Datenbank zu biobasierten Verpackungsmaterialien zusammengestellt. Das Besondere dieser Datenbank ist, dass für alle Verpackungsmaterialien Nachhaltigkeitsbewertungsfaktoren definiert worden sind. So können sich die interessierten Anwender aus der Lebensmittelbranche nicht nur zur technischen Eignung der biobasierten Materialien ein Bild machen, sondern auch deren Umweltverträglichkeit abschätzen und vor allem die Materialien direkt miteinander vergleichen.

Die Datenbank steht auf der Internetseite der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V. (AöL) allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung.

Verbundvorhaben: Partikelschaumwerkstoff auf Basis stärkehaltiger Rohstoffe
(Förderkennzeichen 22011612, 22029112, 22029212)

Zu den Verpackungen gehören auch geschäumte Formteile zum Schutz von z.B. elektronischen Produkten. Klassischerweise werden diese aus Polystyrol hergestellt.

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT), das Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung e.V. (ILU) und die Loick Biowertstoff GmbH wollen nun einen Partikelschaumstoff auf Basis natürlicher Polymere (Stärke, Proteine) entwickeln. Das Formteil soll in einem zweitstufigen Verfahren herstellt werden. In der ersten Stufe wird ein expandierbares Granulat entwickelt, das in der zweiten Stufe mittels eines Aufschäumungsprozesses mit Hilfe von Wasser als Treibmittel zu Schaumformteilen verarbeitet wird.

Banane
Foto: Fotolia/ Ian 2010