Biowerkstoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Marktsituation

Biokunststoff-Markt - Überblick

Was wir gemeinhin als Kunststoffe bezeichnen, sind chemisch-technisch gesprochen Strukturpolymere – organische Polymere, die sich zu konkreten Produkten verarbeiten lassen. Weitere organische Polymere sind Elastomere, Kunstfasern und Funktionspolymere. Für die Produktion dieser organischen Polymeren werden heute schon große Mengen nachwachsender Rohstoffe eingesetzt. 

Im Bereich der Strukturpolymere, auf die sich die Ausführungen dieser Internetseiten im Wesentlichen beziehen, liegt der Anteil biobasierte Polymere bei ca. 1 %. Es handelt sich um einen stetig wachsenden Markt: Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass die Produktionskapazitäten bis 2024 auf mehr als 2,4 Mio. t (ohne Cellulose-Acetate und Polyurethane) steigen werden.

Es muss aber auch festgehalten werden, dass mit dem Wachstum auch eine globale Verschiebung der Produktionskapazitäten einhergeht. Während die Produktionsstandorte in Europa und Nord-Amerika eher schrumpfen, wird mit einem starken Wachstum in Asien und Südamerika gerechnet.

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Haben wir überhaupt genug Agrarflächen?

Vor dem Hintergrund wachsender Marktanteile für biobasierte Produkte stellt sich natürlich die Frage nach der Verfügbarkeit von Agrarflächen.

Mit Bezug auf den Biokunststoffmarkt ist es in diesem Zusammenhang wichtig darauf hinzuweisen, dass wir für die nächsten Jahre zwar mit einem starken Marktwachstum für dieses Segment rechnen, dass aber die hierfür benötigten Rohstoffmengen global betrachtet sehr klein sind und bei den Betrachtungen zur Sicherung der Welternährung nicht ins Gewicht fallen. Werden aktuell ca. 0,016 % der weltweiten Agrarfläche für die Bereitstellung von nachwachsenden Rohstoffen für die Biokunststoff-Produktion benötigt, wird dieser Flächenanteil bis 2024 auf 0,021 % anwachsen.

Zukünftig werden die nachwachsenden Rohstoffe für Biokunststoffe nicht nur vom Acker kommen. Schon heute wird nach Möglichkeiten gesucht, bei der Herstellung von Biokunststoffen zunehmend Rest- und Abfallstoffe aus der land- und forstwirtschaftlichen Produktion zu nutzen (Koppelproduktion). Darüber hinaus wird mit der Etablierung einer biobasierten Wirtschaft (Bioökonomie) auch die Kaskadennutzung weiter steigen und damit der Ackerflächenbedarf für das einzelne Produkt weiter reduziert.

Datenbanken biobasierte Kunststoffe
Präsentation zum BioConceptCar
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe