Biowerkstoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Aktuelle Nachricht

Chemikalien aus Biomasse: Wie können alternative Kohlenstoffquellen am effizientesten angezapft werden?

Projekt EvaChem will Syntheseprozesse erneuerbar machen

Chemikalien nicht aus Erdöl, sondern aus Biomasse und anderen erneuerbaren Kohlenstoffquellen herzustellen gilt als eine der großen Herausforderungen einer biobasierten Wirtschaft. Doch: Ist es sinnvoll, meine Produktion auf nachhaltige Ressourcen umzustellen? Diese Frage soll ein Kriterien-Baukasten beantworten, den das nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH, die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V. und die Leuphana Universität Lüneburg entwickeln. Gefördert werden sie dabei vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Im Zuge von Nachhaltigkeitsinitiativen richtet sich auch in der Chemie der Blick verstärkt auf den Einsatz nicht-endlicher Rohstoffe. In der Regel ist es jedoch alles andere als trivial, etablierte chemische Prozesse von traditionellen Ressourcen auf erneuerbare umzustellen, fußt doch der sogenannte Stammbaum der organischen Chemie auch heute noch im Wesentlichen auf Erdöl und Kohle. Allerdings existieren eine Reihe von Schnittstellen, an denen erneuerbare Kohlenstoffquellen aus Biomasse, CO2 u. a. ins Spiel bzw. in die Synthese eingreifen können.

Um erneuerbaren Kohlenstoff für die betreffenden Prozesse und Stoffströme zugänglich zu machen, entwerfen die beteiligten Forscher im Projekt EvaChem einen einfach zu handhabenden Algorithmus, der die Prozesse hinter der Chemikalienproduktion analysiert und untersucht, für welche Zielmoleküle und Zwischenstufen der Umstieg auf alternative Quellen sinnvoll bewerkstelligt werden kann.

Hierfür fehlt es momentan an einfach nutzbaren Werkzeugen, was Innovationen in den Unternehmen hemmt und entsprechende strategische Investitionsentscheidungen erschwert. Der als Multi-Kriterien-System funktionierende Werkzeugkasten soll es insbesondere klein- und mittelständischen Unternehmen erlauben, ihre Chemikalienproduktion eigenständig und mit überschaubarem Aufwand zu evaluieren und daraus strategische Entscheidungen abzuleiten.

Informationen zu den drei Teilprojekten im Verbund „Entwicklung eines praktikablen Multikriterien-Systems zur Evaluierung der Chemikalienproduktion (EvaChem)“ stehen in der Projektdatenbank der FNR unter

  • 22031218 Teilvorhaben 1: Etablierung des Multikriterien-Systems (nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH)
  • 2219NR285 Teilvorhaben 2: Anwendung des Multikriterien-Systems (DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V.)
  • 2219NR297 Teilvorhaben 3: Bewertung des Multikriterien-Systems (Leuphana Universität Lüneburg - Fakultät Nachhaltigkeit - Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie (INUC))

zur Verfügung.


Link: EvaChem-Stakeholder-Workshops http://nova-institute.eu/evachem/

Pressekontakt:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Torsten Gabriel
Tel.: +49 3843 6930-117
Mail: t.gabriel(bei)fnr.de

News 2020-03

 

Präsentation zum BioConceptCar
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
Diese Internetseite verwendet Cookies, um die Nutzererfahrung zu verbessern und den Benutzern bestimmte Dienste und Funktionen bereitzustellen. Details
Cookies erlauben